Friedrich Ebert

Friedrich, Ebert, Politiker, Buchdrucker

Friedrich Ebert wurde am 12.09.1894 in Bremen geboren und verstarb am 04.12.1979 in Berlin

Friedrich Ebert wurde als Sohn des Ehepaars Friedrich und Louise Ebert geboren. Sein Vater war von Beruf Sattler und war in den Jahren 1913 bis 1919 Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Von 1918 bis 1919 war er deutscher Reichskanzler.  1919 wurde sein Vater in das Amt des deutschen Reichspräsidenten gewählt, welches er bis zu seinem Tode am 28. Februar 1925 inne hatte.

In seinem Elternhaus lernte er Weggefährten des Vaters kennen - August Bebel, Heinrich Molkenbuhr, Paul Singer und andere -, die seine weiter geistige und politische Entwicklung stark beinflussten.

Friedrich Ebert erlernte nach dem Besuch der Mittelschule von 1909 bis 1913 den Beruf eines Buchdruckers.

1910 trat er der Sozialistischen Arbeiterjugend bei und wurde 1913 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und des Verbandes der Deutschen Buchdrucker.

Im ersten Weltkrieg wurde er von 1915 bis 1918 zum Kriegsdienst eingezogen. Nach seiner Rückkehr nach Berlin war er in den Jahren von 1919 bis 1933 als Redakteur bei verschiedenen sozialdemokratischen Zeitungen tätig.

Dabei galt sein journalistisches Interesse vor allem dem Gerichtswesen.

Von 1925 bis 1933 war er Chefredakteur der "Brandenburger Zeitung". In dieser Zeit wurde er Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung der Havelstadt und wirkte zugleich auch als Vorsitzender der SPD im Unterbezirk Brandenburg/Westhavelland.

Im Mai 1928 wurde er im Wahlkreis 4 Potsdam I in den Reichstag gewählt; dieses Abgeordnetenmandat bekleidete er bis zum 22. Juni 1933. Gleichzeitig war er auch Mitglied des preußischen Staatsrats.

Nach der Beschlagnahme des Verlags und der Druckerei der "Brandenburger Zeitung" durch die Nazionalsozialisten im Mai 1933 war Friedrich Ebert arbeitslos. Seit dieser Zeit wohnte er bis zu seiner Verhaftung am 1. Juli 1933 bei seiner Mutter in Berlin Wilmersdorf.

Nach fünf Wochen Haft in Berlin wurde er am 8. August 1933 in das Konzentrationslager Oranienburg und anschließend in die Lager Papenburg, Börgermoor/Emsland und schließlich in das Konzentrationslager Lichtenburg verschleppt, wo er bis Ende 1933 festgehalten wurde.

Es folgte längere Arbeitslosigkeit, bis er 1936 eine Tankstelle in Berlin-Johannisthal übernehmen konnte. Im Zuge der deutschen Mobilmachung wurde er am 26. August 1939 zur Wehrmacht einberufen, und nahm am Überfall auf Polen teil. Bis zum 17.05.1940 war er Soldat. Anschließend arbeitete er bis 1945 - als "unzuverlässiges Element" immer unter Polizeiaufsicht stehend - dienstverpflichtet im Reichsverlagsamt Berlin in der Abteilung für Verpackung und Versand von Gesetzblättern.

Nach der Niederschlagung des Faschismus in Deutschlands widmete er sich in Brandenburg engagiert der Neuorganisierung seiner Partei und wurde Sekretär des Bezirksvorstandes der SPD.

Der Vereinigung von KPD und SPD stand Ebert zunächst zögernd gegenüber, doch als diese am
7. April 1946 in Brandenburg vollzogen wurde, wählte man ihn zu einem der beiden gleichberechtigten Vorsitzenden der SED-Provinzparteiorganisation.

Nach dem Gründungsparteitag der SED im April 1946 wurde er Mitglied des SED-Parteivorstands und später des Zentralkomitees der SED, was er ununterbrochen bis zu seinem Tode blieb. Auch dem Zentralsekretariat der SED sowie dem späteren Politbüro des ZK der SED gehörte er ab 1947 bis zu seinem Lebensende als Vollmitglied an. Im Land Brandenburg war er von 1946 bis 1948 Vorsitzender der Beratenden Versammlung bzw. Präsident des Landtags.

Nach der im Jahre 1948 in Berlin vollzogenen politischen und administrative Spaltung der Stadt wurde er am 30. November 1948 zum Oberbürgermeister von Groß-Berlin (Ostteil der Stadt) berufen.

1967 gab er diese Postion auf, verbunden mit Gesundheits- und Altersgründen, da er spürte, dass ihm für die Gestaltung der Hauptstadt durch die Partei immer weniger Spielraum gewährt wurde.

Friedrich Ebert war auch in der folgenden Zeit in den verschiedensten Postionen aktiv. So war er u.a. Mitglied der Volkskammer der DDR, Stellvertreter des Volkskammerpräsidenten oder der Vorsitzende der SED-Volkskammerfraktion.

Am 4. Dezember 1979 starb Friedrich Ebert. In einem Staatstrauerakt am 8.Dezember 1979 wurde die Urne in der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde beigesetzt.

Ebert